Wegen der Corona Krise sind unsere IQ Tests vorerst abgesagt. Sobald wir wieder Planungssicherheit haben werden die neuen Daten hier angezeigt werden.

Was bedeutet es, "hochbegabt" zu sein?

Als hochbegabt gelten Kinder (und Erwachsene), die einen IQ von 130 und mehr haben. Dies ist ein IQ, der über dem von 98% der Bevölkerung liegt. Der IQ wird durch die Verwendung von speziellen Tests ermittelt, die Sie entweder bei einem ausgebildeten Psychologen, oder ab 10 Jahren als Gruppentest bei Mensa Luxemburg durchführen können.

Hochbegabte Kinder (und Erwachsene) unterscheiden sich darin, dass sie eine andere Art des Überlegens haben. Sie denken vernetzt und argumentieren anders als andere Menschen. Sie haben in der Regel auch viel Wissen und viele verschiedene Talente und sind oft Autodidakten.

Wichtig: Hochbegabung ist nicht unbedingt Hochleistung! Die Welt ist nicht für die 2% hochbegabten Menschen ausgelegt, sondern für die weit über 90% "normalen" Menschen.

Woran erkenne ich, ob mein Kind "begabt" ist? (Überdurchschnittlich oder hochbegabt)

Es gibt kein Patentrezept um die Hochbegabungen bei (kleinen) Kindern zu erkennen. Das einzig wirklich Aussagekräftige ist ein IQ-Test, den spezialisierte Psychologen für Kinder ab ca. 4 Jahren anbieten. Bei Mensa Luxemburg können Kinder ab 10 Jahren den Mensa-Test ablegen.

Es gibt jedoch eine Reihe von Anzeichen, die darauf hindeuten, dass ein Kind „begabt“ ist:

  • Das Kind ist von Anfang an aufmerksamer und interessiert sich mehr für alles.
  • Es hat einen großen Wortschatz und argumentiert gut.
  • Es interessiert sich früh für Bücher oder Zeitungen und lernt früh (aus eigenem Antrieb) lesen.
  • Es interessiert sich früh für Zahlen und lernt rechnen.
  • Es sieht und versteht viel und und hat einen Blick für Details.
  • Es hat einen guten Verhalt und lernt sehr schnell.
  • Es wirft viele Fragen zu jedem möglichen Thema auf, und wenn es an etwas interessiert ist, möchte es alles darüber wissen.
  • Es kann vernetzt denken und Zusammenhänge erkennen, manchmal sogar dort, wo keine Zusammenhänge bestehen.
  • Es hat eine große Vorstellungskraft und ist sehr kreativ.
  • Es ist sehr sensibel und oft allergisch gegen Lärm und zu helles Licht.
  • Es hat einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und greift Ungerechtigkeiten auf.
  • Es wirkt manchmal fast erwachsen oder zumindest seinem Alter weit voraus, ist jedoch emotional und sozial in seiner Altersklasse.

Wenn mehrere von diesen Anzeichen auf ein Kind zutreffen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es hoch- (IQ von 130 oder mehr) oder zumindest überdurchschnittlich begabt (IQ zwischen 115 und 129) ist. Falls Sie dazu Fragen haben, können Sie sich an uns wenden (mensakids@mensa.lu).

Entgegen dem was man denken könnte, wächst sich eine Hochbegabung nicht aus. Ein begabtes Kind entwickelt sich zu einem begabten Erwachsenen. Und viele leistungsstarke Erwachsene können sich an mehr oder weniger der oben aufgeführten Situationen aus ihrer Kindheit erinnern.

Welche Probleme können auftreten?

Hochbegabte Kinder sind oft Einzelgänger, weil sie von anderen als Besserwisser oder Streber abgestempelt und dann ausgeschlossen werden. Das kann bis zu Mobbing gehen, in der Schule und manchmal sogar zu Hause. Kinder merken bereits, dass etwas für sie anders ist, wissen aber nicht, wieso und warum (vor dem IQ-Test), und fühlen sich oft nicht verstanden.

Einige, hauptsächlich hochbegabte Mädchen, nutzen ihre Intelligenz dann, um sich so gut es geht anzupassen. Das geht soweit dass manche von ihnen Fehler in ihren Aufgaben einbauen, um nicht aufzufallen und sich nicht von der Masse der anderen Kinder abzuheben. In diesem Fall wird die Hochbegabung erst später oder gar nicht erkannt.

Andere, "begabte" Mädchen wie Jungen, langweilen sich oft in der Schule und arbeiten nicht mit, weil sie unterfordert sind, das Thema bereits kennen oder die Aufgabe schon verstanden haben, und fragen sich dann, warum dies immer noch wiederholt wird. Sie träumen oder machen Dummheiten und fallen aus der Rolle. Das kann dazu führen dass ihre Fähigkeiten nicht erkannt werden oder sie schlechte Noten bekommen, obwohl sie die „Begabung“ vorhanden ist. Später kann dies zur Schulverweigerung führen, da die Kinder die Bedeutung der Schule nicht mehr verstehen.

Zwischen ihrer intellektuellen, emotional-sozialen und motorischen Entwicklung kann eine große Diskrepanz entstehen, wobei hochbegabte Kinder gerade deswegen als emotional oder sozial unreif gelten können.

Wenn die Probleme für das Kind zu groß werden, können psychosomatische "Schmerzen" wie Kopfschmerzen oder Bauschmerzen und im schlimmsten Fall sogar Depressionen auftreten. Dies sind dann Warnzeichen, dass etwas nicht stimmt und dass etwas unternommen werden muss!

Welche Lösungen gibt es und wo finde ich Hilfe?

Kindern, die Probleme haben, muss geholfen werden. Zunächst ist es wichtig, Tests durchzuführen, um herauszufinden, ob eine Hochbegabung vorliegt oder ob die Probleme eine andere Ursache haben oder ob mehrere Ursachen zusammentreffen. Es ist z.B. möglich dass ein Kind „begabt“ ist und gleichzeitig eine Funktionsstörung (z. B. Legasthenie, Dyskalkulie, Dyspraxie, ...) oder ein psychisches Problem hat. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, mit Therapeuten oder Psychologen an den Problemen zu arbeiten. Der Rest dieses Abschnitts behandelt nur den Abschnitt "Hochbegabung".

Hochbegabte Kinder müssen erkannt und entsprechend gefördert werden. Dies w urde auch im luxemburgischen Bildungssystem erkannt, und deshalb wurde das "Zentrum für hochbegabte Kinder und Jugendliche " (CEJHP) gegründet. Es wurde im September 2018 eröffnet und soll hochbegabte Kinder betreuen und fördern. Weitere Informationen (auf Französisch) finden Sie hier: http://www.men.public.lu/fr/themes-transversaux/eleves-besoins-specifiques/03-11-level-national-centres/06-cejhp/index.html. Darüber hinaus bietet das luxemburgische Schulsystem die Möglichkeit, das Schulprogramm schneller durchzuführen und so den Zyklus von zwei auf ein Jahr zu verkürzen. Im Post-Primarbereich besteht die Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen ein Jahr zu überspringen. Um dort weitere Informationen zu erhalten, wenden Sie sich am besten persönlich an die Lehrer des Kindes. Schließlich gibt es in Luxemburg die Möglichkeit des Homeschooling. Weitere Informationen finden Sie hier: http://alliasbl.lu. Im Ausland, z.B. In Belgien oder in Deutschland gibt es private Schulen für "begabte" Kinder. Diese Schulen nehmen auch "begabte" Kinder aus Luxemburg auf.

Darüber hinaus können auch Eltern ihren Kindern helfen, zunächst indem Sie ihre Kinder testen lassen und im Falle einer Hochbegabung dem Kind erklären was das ist, so dass das Kind verstehen kann, was vor sich geht und warum es sich von den anderen unterscheidet. Dann ist es wichtig, dass die Eltern akzeptieren, dass ihr Kind „begabt“ ist, ohne es auf einen Sockel stellen oder es anders behandeln zu müssen. In erster Linie ist es immer noch ein Kind.

Viele Eltern können ihrem begabten Kind helfen, indem sie ihm ermöglichen, andere begabte Kinder zu kontaktieren. Für diese Kinder ist es sehr wichtig und hilfreich, regelmäßig mit anderen "gleichgesinnten" Kindern in Kontakt zu treten, damit die hochbegabten Kinder erkennen, dass sie nicht allein "anders" sind und sich entspannt unter ihresgleichen fühlen können. Dort können sie sie selbst sein, ohne aufzufallen oder anzuecken und vor allem, ohne sich anpassen oder verstellen zu müssen. Eltern und alle anderen Ansprechpartner sollten versuchen, aufmerksam zuzuhören und sich für ihre Erlebniswelt zu interessieren. Darüber hinaus sollte man dem Kind zeigen, dass es zur Gesellschaft dazu gehört. Darüber hinaus können Eltern Kindern die Möglichkeit bieten, an Aktivitäten teilzunehmen, die ihre Kinder interessieren. Oft interessieren sich diese Kinder für eine Vielzahl von Aktivitäten aus allen Bereichen: Musik, Mathematik, Kunst, Informatik, Sprachen, Naturwissenschaften, Sport, Geschichte usw. MensaKids organisiert daher auch Aktivitäten, bei denen sich Kinder treffen und kennenlernen können. Gleichzeitig können sich die Eltern untereinander austauschen.

Für weitere Informationen oder um die MensaKids-Mailingliste zu erhalten, kontaktieren Sie uns unter mensakids@mensa.lu. Wichtig: Kinder, die noch nicht getestet wurden oder die getestet wurden und die den erforderlichen IQ von 130 nur knapp unterschreiten, können ebenfalls an den MensaKids-Aktivitäten teilnehmen. Mensa ist derzeit die einzige Vereinigung in Luxemburg, die hochbegabte Kinder und Erwachsene zusammenbringt.